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Die Weißseespitze ist der dominierende weiße Gipfel am Ende des Kaunertales. Er ist 3.510 m hoch - laut aktueller Literatur des Deutschen Alpenvereins. In älteren Karten wird die Höhe unterschiedlich angegeben - 3.520 m bis 3.535 m. Vielleicht hängt es damit zusammen, dass vor einigen Jahren in einem warmen Sommer eine gewaltige Eismasse vom Gipfel abgebrochen ist. Das Gipfelkreuz wurde dann weiter nach Süden auf einen Felsen gesetzt und ist vom Tal aus nicht mehr zu sehen. Wir bestiegen den Gipfel zusammen mit unserem Freund Johann Schlatter, dem Bergführer in Ladis, Ende September 2006. Wir machten diese Tour als Überschreitung. Start- und Zielpunkt war das Restaurant im Sommerskigebiet - 2.750 m hoch. Es sind also nur ca. 800 Höhenmeter zu überwinden. Johann verteilte Gurte und Steigeisen, die wir in unseren Rucksäcken verstauten.     Wir stiegen über den flachen Gletscher neben der Skipiste zum Westgrat auf. Auf dem Grat sind einige steile schmale Stellen zu passieren - eigentlich unschwierig. Aber man muss absolut trittsicher sein. Bei Bedarf kann man sich an diesen Stellen vom Bergführer anseilen lassen. Bis zum Gipfel fanden wir fast keinen Schnee vor. Der Gipfel ist ein schneebedecktes großes Plateau, auf dem man Fußball spielen könnte. Das Wiederholen eines zu weit geschlagenen Balles wäre allerdings sehr mühsam. Ich schrieb an anderer Stelle, dass eine schöne Aussicht auf einem Gipfel nicht erwähnenswert sei, weil sie von jedem Gipfel schön ist. Aber diese Aussicht ist atemberaubend und grandios. Wir befinden uns auf dem (fast) höchsten Gipfel der Ötztaler Alpen. Nur die nahe gelegene Weißkugel (3.739 m) und die Wildspitze (3.770 m) im Ötztal sind höher. Mit dem Wetter hätten wir es auch nicht besser treffen können - wolkenloser dunkelblauer Himmel den ganzen Tag und allerbeste Fernsicht. Die Fotos können dieses Erlebnis nur sehr unvollkommen wiedergeben. Nach ausgiebiger Rast am Gipfelkreuz legten wir Gurte und Steigeisen an, und Johann seilte uns an. Nun begann die schönste Etappe dieser Tour - über den schneebedeckten Gletscher abwärts. Das Seil war nötig, weil hier viele Gletscherspalten sind, die sich laufend verändern. Außerdem liegt der Schnee nicht mehr so hoch wie in früheren Jahren.     Das letzte Stück ging dann über Felsen - teilweise sehr steil - abwärts. Dauer der Tour ohne Anfahrt/Rückfahrt: 8,5 Stunden mit zwei Pausen. Es gibt auch eine leichtere Möglichkeit eine "antarktische" Gletscherlandschaft zu erleben. Am Ende des Pitztales fährt eine Bahn durch den Berg bis auf 2.841 m Seehöhe. Von der Bergstation führt ein markierter Weg - teilweise über Gletscher - zur Braunschweiger Hütte. Der Gletscher ist in diesem Bereich spaltenfrei. Der Weg ist mit kleinen Stockpyramiden markiert, so dass man auch bei Nebel nicht die Orientierung verliert. Es sind etwa 200 Höhenmeter zu überwinden - erst bergab und dann bergauf. Wir brauchten etwa zwei Stunden für eine Wegstrecke - bei gemütlichem Tempo.    
Weißseespitze